25 March 2026, 12:31

Warum Unternehmer in deutschen Talkshows kaum noch zu Wort kommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

Warum Unternehmer in deutschen Talkshows kaum noch zu Wort kommen

Unternehmer kommen in deutschen Polit-Talkshows kaum zu Wort – trotz wirtschaftlicher Herausforderungen

Ein aktueller Bericht belegt, dass Führungskräfte aus der Wirtschaft in deutschen politischen Diskussionsrunden stark unterrepräsentiert sind: Nur fünf Prozent der Gäste stammen aus unternehmerischem Umfeld. Kritiker bemängeln, dass diese Schieflage die öffentliche Debatte über Wirtschaftspolitik verarme.

2025 widmete sich nur jede fünfte Talkshow wirtschaftlichen Themen – ein deutlicher Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Die Gästelisten dominierten Politiker mit 41 Prozent, gefolgt von Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent). Unternehmer waren mit fünf Prozent vertreten, Vertreter aus der Industrie brachten es gerade einmal auf zwei Prozent.

Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), warf den Sendern vor, in einer Phase wirtschaftlicher Schwäche gezielt wirtschaftliche Perspektiven zu vernachlässigen. Die Rundfunkanstalten kämen ihrer Pflicht zu ausgewogener Berichterstattung nicht nach, indem sie Unternehmerstimmen systematisch ausschlössen. Besonders kritisierte er ARD und ZDF, die seit 2025 keine verbindlichen Maßnahmen zur stärkeren Einbindung von Wirtschaftsvertretern ergriffen hätten.

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Die Unterschiede zwischen den Formaten sind eklatant: Während "hart aber fair" in 39 Prozent der Sendungen wirtschaftliche Themen behandelte und stets Unternehmer zu Gast hatte, schnitt "Maischberger" am schlechtesten ab – in 80 Prozent der Wirtschaftsdebatten fehlte jede unternehmerische Stimme. Insgesamt verzichteten 32 Prozent aller Sendungen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt komplett auf Gäste aus der Wirtschaft.

Die INSM-Studie offenbart eine klare Repräsentationslücke: Wirtschaftsführer bleiben in zentralen Debatten weitgehend unsichtbar. Ohne konkrete Initiativen der Sender zeichnet sich keine Besserung ab. Stattdessen prägen weiterhin vor allem Politiker und Medienvertreter die wirtschaftspolitische Diskussion – und nicht jene, die täglich in der Praxis agieren.

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