Warum die schwarz-grüne Koalition in Deutschland immer wieder scheitert
Alex FlantzWarum die schwarz-grüne Koalition in Deutschland immer wieder scheitert
Eine schwarz-grüne Koalition in Deutschland wird seit langem diskutiert, doch nie verwirklicht. Trotz möglicher Gelegenheiten in den Jahren 2013, 2017 und 2021 scheiterte eine solche Regierung stets an der Umsetzung. Noch immer stößt die Idee innerhalb von CDU und Grünen auf starken Widerstand.
Die Wurzeln des parteiübergreifenden Dialogs reichen bis in die Mitte der 1990er-Jahre in Bonn zurück. Junge Politiker wie Cem Özdemir, Peter Altmaier und Armin Laschet trafen sich damals in einem italienischen Restaurant – später scherzhaft als „Pizza-Connection“ bezeichnet. Diese informellen Gespräche deuteten bereits auf mögliche Kooperationsansätze zwischen Grünen und Union hin.
Inhaltliche Überschneidungen gibt es vor allem in der Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik. Hier könnten beide Seiten zu Kompromissen finden, sofern der Wille dazu besteht. Für eine funktionierende Koalition bräuchte es jedoch je zwei vertrauenswürdige Führungspersönlichkeiten aus beiden Lagern, die Brücken bauen.
Der Begriff „grün“ wird oft als politisches Kampfmittel eingesetzt, statt als sachliche Beschreibung. Ähnlich verhält es sich mit Begriffen wie „links“ oder „rechts“, die strategisch oder emotional instrumentalisiert werden. Selbst Angela Merkel sah sich in ihrer Amtszeit solchen Angriffen ausgesetzt.
Ohne eine schwarz-grüne Koalition bleibt Deutschland vorerst bei der bestehenden politischen Konstellation. Jedes künftige Bündnis würde gegenseitige Zugeständnisse und stabile Führung erfordern. Die Ablehnung durch Schlüsselakteure in beiden Parteien bleibt jedoch ein zentrales Hindernis.






