VdK-Chefin warnt vor Kürzungen im Gesundheitswesen: "Schutzbedürftige leiden am meisten"
Alex FlantzVdK-Chefin warnt vor Kürzungen im Gesundheitswesen: "Schutzbedürftige leiden am meisten"
Die Vorsitzende des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, hat vor den anstehenden großen Reformen im Gesundheitswesen zur Vorsicht gemahnt. Die Präsidentin der Organisation warnte vor Kürzungen, die besonders schutzbedürftige Patientinnen und Patienten hart treffen könnten. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der eine Regierungskommission kurz davorsteht, 60 Kostensenkungsvorschläge für das gesetzliche Gesundheitssystem vorzulegen.
Am Montag wird die Kommission Gesundheitsfinanzierung ihre Empfehlungen präsentieren, um die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung zu reduzieren. Der VdK erwartet, dass diese Maßnahmen die finanzielle Belastung der Beitragszahler verringern, ohne dabei die Leistungen zu schmälern.
Bentele hat deutlich gemacht, welche Vorschläge sie ablehnt. Sie lehnt höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren ab, da diese vor allem chronisch Kranke, ältere und einkommensschwache Patientinnen und Patienten unverhältnismäßig belasten würden. Auch Forderungen nach einer Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung wies sie zurück – dies sei eine "versteckte Beitragserhöhung", die Frauen und einkommensschwache Haushalte besonders treffen würde.
Stattdessen plädiert sie für strukturelle Änderungen, um die Finanzen des Systems auszugleichen. Einer ihrer Vorschläge sieht vor, die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben und die Arten der Einkünfte, die beitragspflichtig sind, zu erweitern. Zudem schlug sie vor, dass der Bund gesellschaftlich bedingte Kosten innerhalb des Krankenversicherungssystems übernehmen sollte.
Um sofortige Kürzungen zu vermeiden, forderte Bentele die Leistungserbringer auf, vorläufig ein Ausgabenmoratorium zu akzeptieren. Ihr Hauptanliegen bleibt es, die Versorgungsqualität zu sichern und gleichzeitig eine gerechtere Finanzierung für alle zu gewährleisten.
Die Position des VdK steht damit im Widerspruch zu einigen der erwarteten Empfehlungen der Kommission. Benteles Vorschläge zielen darauf ab, die Kostenlast von den Patientinnen und Patienten weg und hin zu breiter angelegten Finanzierungslösungen zu verlagern. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems verteilt wird.






