Thüringens Autoindustrie kämpft ums Überleben – wer bleibt, wer fällt?

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Ein Auto-Motor mit sichtbaren Rohren und einer Batterie.Admin User

Automotive Suppliers Hope for Impetus After a Challenging Year - Thüringens Autoindustrie kämpft ums Überleben – wer bleibt, wer fällt?

Thüringens Automobilindustrie steht unter wachsendem Druck, da Unternehmen mit finanziellen Verlusten und sich wandelnden Marktanforderungen kämpfen. Mehrere Firmen, darunter Bohai Trimet und Boryszew, haben in den letzten Monaten Insolvenz angemeldet und hinterlassen Hunderte Beschäftigte in Unsicherheit über ihre Zukunft. Experten warnen, dass Zulieferer, die sich nicht anpassen, Gefahr laufen, komplett vom Markt verdrängt zu werden.

In der Region hat sich die Zahl der Insolvenzen stark erhöht: 2024 wurden 180 Fälle verzeichnet – ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Creditreform führt diesen Anstieg auf die Nachwehen der Rezession von 2023 zurück. Auch Unternehmen wie Orwo Net, GAW und Groschen-Markt stecken in finanziellen Schwierigkeiten und belasten damit zusätzlich den thüringischen Arbeitsmarkt.

Besonders gefährdet sind Zulieferer, die auf Komponenten für Verbrennungsmotoren spezialisiert sind. Die Nachfrage nach klassischen Antriebsteilen sinkt, weshalb sich viele Betriebe in neuen Bereichen wie Batteriesystemen, Steuerungstechnik und Sensorik umorientieren müssen. Marco Langhof, Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Thüringen, betont, dass nur diejenigen überleben werden, die innovativ handeln. Doch es gibt auch positive Signale: Die IFA Group in Haldensleben wurde kürzlich von einem US-Konzern übernommen, wodurch Arbeitsplätze gesichert wurden – ohne dass es zu Produktionsstillständen kam.

Jens Lücke, Vorsitzender des Automobilnetzwerks Sachsen-Anhalt (Sahreg), sieht Wachstumschancen in anderen Branchen wie Verteidigung, Bergbau und Schiffbau. Dennoch bleiben die Herausforderungen groß: Die Produktionszahlen in Thüringen haben sich noch nicht auf das Niveau vor der Pandemie von 2019 erholt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) prognostiziert, dass bis 2035 bundesweit bis zu 190.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gehen könnten, falls sich die aktuellen Trends fortsetzen.

Die Automobilindustrie in Thüringen steht an einem Scheideweg: Während die Insolvenzzahlen steigen und traditionelle Zulieferer unter Druck geraten, könnten sich Unternehmen, die auf neue Technologien und Märkte setzen, eine Zukunft sichern. Wer sich nicht anpasst, muss mit weiteren Jobverlusten und Betriebsschließungen rechnen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, wie sich die Branche in der Region neu aufstellt.

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