14 March 2026, 12:30

Streit um Gebühren: Wird die Altersvorsorge-Reform zum nächsten Riester-Flop?

Ein Plakat an einer Wand mit dem Text "Resettlement Administration: Fields are Robbed of Fertility by Misuse", umgeben von einem Haus, Bäumen und Wasser.

Gönstiger Rente gefordert: 100.000 Menschen unterschreiben Petition - Streit um Gebühren: Wird die Altersvorsorge-Reform zum nächsten Riester-Flop?

Geplante Reform der privaten Altersvorsorge entfacht Debatte über Gebührenhöhe

Ein geplanter Reformvorschlag für das deutsche private Rentensystem hat eine Diskussion über die Höhe der Gebühren ausgelöst. Der Gesetzentwurf der Regierung sieht vor, die jährlichen Kosten für ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto auf 1,5 Prozent zu begrenzen. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer diesen Satz für akzeptabel halten.

Mittlerweile unterstützen über 100.000 Menschen eine Petition der Verbraucherorganisation Finanztip, die strengere Obergrenzen für die Kosten fordert. Die Kampagne warnt, dass hohe Gebühren – ähnlich wie beim unpopulären Riester-Rente-System, das ersetzt werden soll – die Wirksamkeit des neuen Modells untergraben könnten.

Das bestehende Riester-Rente-Modell, 2001 eingeführt, verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Teilnehmerzahlen. Bis 2024 sind weniger als 15 Millionen Verträge aktiv – jeder vierte wurde gekündigt, viele andere nicht mehr bespart. Kritiker führen die überhöhten Kosten als Hauptproblem an: Anbieter behielten anfangs 35 bis 45 Prozent der Einzahlungen ein. Studien zeigen zudem, dass zwei Drittel der Verträge keine Rendite von mehr als zwei Prozent erzielen und für Sparer oft sogar reale Verluste bedeuten.

Die Reformpläne der Regierung umfassen ein neues Standardprodukt mit einer Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent pro Jahr sowie höhere, einkommensabhängige Zuschüsse. Doch die öffentliche Meinung bleibt gespalten. Während 30 Prozent der Befragten eine Begrenzung auf 0,5 Prozent befürworten, würden 28 Prozent maximal ein Prozent akzeptieren. Eine Analyse von Finanztip verdeutlicht die Auswirkungen der Gebühren: Bei monatlichen Einzahlungen von 200 Euro könnten über 40 Jahre mit 0,5 Prozent Kosten 338.000 Euro angespart werden – bei 1,5 Prozent dagegen nur 263.000 Euro.

Für 78 Prozent der potenziellen Nutzer haben niedrige Gebühren höchste Priorität. Das neue System soll durch eine stärkere Ausrichtung auf risikoangepasste Anlagen die Renditechancen verbessern. Angesichts der negativen Erfahrungen mit der Riester-Rente – hohe Kosten, geringe Auszahlungen – bleibt die Skepsis jedoch groß, ob die Reform tatsächlich spürbare Verbesserungen bringt.

Die wachsende Unterstützung für die Petition spiegelt die weitverbreitete Sorge über die Gebühren im geplanten Rentensystem wider. Sollte die 1,5-Prozent-Grenze wie vorgesehen umgesetzt werden, könnte dies die Teilnahmebereitschaft dämpfen, da die Mehrheit der potenziellen Nutzer niedrigere Kosten bevorzugt. Die Regierung steht nun unter Druck, ihre Pläne nachzubessern – oder riskiert, die Fehler der Riester-Rente zu wiederholen.

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