Spionagevorwürfe erschüttern CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Nadeschda PärtzeltSpionagevorwürfe erschüttern CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, in chinesische Wissenschaftsspionage verwickelt zu sein. Eine aktuelle Untersuchung des Handelsblatts wirft Fragen zum möglichen Abfluss sensibler Daten und Fachwissens nach China auf. Das Institut, einst als Aushängeschild der saarländischen Forschungslandschaft gefeiert, steht nun unter massivem Druck.
Zweifel kamen auf, nachdem bekannt wurde, dass in einer CISPA-Forschungsgruppe 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft waren. Eine weitere Gruppe bestand ausschließlich aus Wissenschaftler:innen aus China, von denen einige Verbindungen zu bedeutenden Einrichtungen in dem Land aufwiesen. Diese Erkenntnisse veranlassten die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, eine externe Prüfung der Vorwürfe in Auftrag zu geben.
Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, als die Ermittlungen begannen. Er unterstützte die Maßnahme und begrüßte die Sonderprüfung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung erklärte, man werde die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor eine offizielle Position bezogen werde.
Trotz der Kontroverse treibt CISPA seine Expansionspläne voran: Ein Neubau für das Zentrum ist in Planung, die geschätzten Kosten belaufen sich auf 350 Millionen Euro. Die Sonderprüfung wird über das weitere Vorgehen für CISPA und seine Führung entscheiden. Der Ruf des Zentrums und künftige Projekte hängen maßgeblich von den Ergebnissen ab. Behörden und Forscher:innen warten nun auf Klarheit über die Vorwürfe und deren mögliche Folgen.
