Rheinmetall verfehlt Erwartungen trotz Rekord-Auftragsbestand und Raketenplänen
Brit PutzRheinmetall verfehlt Erwartungen trotz Rekord-Auftragsbestand und Raketenplänen
Rheinmetall meldet gemischte Ergebnisse für das erste Quartal 2026
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat für das erste Quartal 2026 durchwachsene Zahlen vorgelegt: Zwar stiegen Umsatz und Gewinn, beide Werte blieben jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Die Anleger reagierten mit einem Kursrückgang der Aktie um über 2 %.
Gleichzeitig skizzierte das Unternehmen Pläne für die Produktion neuer Raketensysteme sowie mögliche Übernahmen im Schiffbau.
Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 8 % auf 1,94 Milliarden Euro, verfehlte aber die von Analysten prognostizierten 2,27 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 17 % auf 224 Millionen Euro – ebenfalls weniger als die erwarteten 262 Millionen Euro.
Der Auftragsbestand des Konzerns wuchs indes um 31 % auf 73 Milliarden Euro, wobei erstmals auch die Sparte Naval Systems enthalten ist. Zudem bestätigte Rheinmetall, in Verhandlungen mit mehreren Nahost-Staaten zu stehen, um bis 2025 bis zu zehn Flugabwehrsysteme zu liefern.
Im Bereich Raketenentwicklung gab Rheinmetall eine Partnerschaft mit dem niederländischen Unternehmen Destinus bekannt. Gemeinsam wollen sie bis Ende 2026 oder Anfang 2027 moderne Marschflugkörper entwickeln. Der Destinus-Raketentyp Ruta Block 2 hat kürzlich Flugtests erfolgreich absolviert und dabei eine Reichweite von über 700 Kilometern erreicht.
Darüber hinaus reichte Rheinmetall ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel ein und prüft den Kauf von Anteilen an der rumänischen Werft Mangalia. Gleichzeitig kommen die Gespräche mit Raytheon über eine Zusammenarbeit im Raketenbereich voran, während die Verhandlungen mit Lockheed Martin nur zögerlich verlaufen.
Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen hielt Rheinmetall an seiner Jahresprognose fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 %.
Nach dem schwächeren Quartalsstart gab die Rheinmetall-Aktie nach. Dennoch setzt der Konzern auf Expansion – mit neuen Raketenprojekten und möglichen Werftübernahmen in der Pipeline. Die Jahresziele für 2026 bleiben unverändert, was auf Vertrauen in das langfristige Wachstum trotz des aktuellen Rückschlags hindeutet.






