22 March 2026, 12:33

Rassistische Parolen in Brandenburg-Disko entsetzen Politik und Gesellschaft

Eine Gruppe von Menschen, die in einer Diskothek tanzen, unter lila und blauen Deckenlichtern, einige halten Flaschen.

Woidke schockiert von xenophobem Vorfall in Diskothek - Rassistische Parolen in Brandenburg-Disko entsetzen Politik und Gesellschaft

Ein rassistischer Vorfall in einer Jugend-Disko in Brandenburg hat landesweit Empörung ausgelöst. Während einer Party im Blue Velvet in Falkenberg skandierte eine Gruppe junger Menschen rassistische Parolen zu einem bekannten Lied. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete das Verhalten als "empörend" und warnte vor einem tiefer liegenden gesellschaftlichen Problem.

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Der Vorfall ereignete sich bei einer Veranstaltung für 11- bis 17-Jährige, an der etwa 100 bis 150 Jugendliche teilnahmen. Ein auf Instagram geteiltes Video zeigt, wie die Gruppe zur Musik von L'amour toujours "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" rief. Die Anti-Rassismus-Initiative Unteilbar.Elbe-Elster erstattete daraufhin Anzeige, woraufhin die Polizei Ermittlungen gegen unbekannte Täter aufnahm.

Der Betreiber des Clubs verurteilte das Verhalten in einer Stellungnahme, konnte die Verantwortlichen in der vollen Location jedoch nicht identifizieren. Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Grünen, kritisierte die Musikauswahl und verwies darauf, dass der Song in der rechtsextremen Szene bekannt sei.

Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Christian Jaschinski (CDU), Landrat des Landkreises Elbe-Elster, erklärte, solche Parolen seien inakzeptabel. Woidke bezeichnete die Rufe als "nazistisch" und betonte, die Gesellschaft müsse das Problem gemeinsam angehen. Er verwies auf einen besorgniserregenden Trend: Zwischen 2024 und 2026 wurden in Brandenburg rund 1.200 politisch motivierte Straftaten mit rechtsextremem oder rassistischem Hintergrund registriert – bei über 800 davon handelte es sich um Parolen oder Symbole.

Die brandenburgischen Grünen warnten, dass rechtsextremes Gedankengut unter Jugendlichen zunehmend salonfähig werde – ein Problem, das lange unterschätzt worden sei. Anne Brügmann von der Opferperspektive ergänzte, viele trauten sich nicht, gegen die rechtsextreme Jugendszene aufzutreten, aus Angst vor Drohungen und Einschüchterung.

Die Ermittlungen zum Vorfall in Falkenberg laufen noch, bisher gibt es keine namentlich bekannten Tatverdächtigen. Der Fall hat die Debatte über wachsenden Extremismus unter Jugendlichen und die Schwierigkeiten, solches Verhalten im öffentlichen Raum zu bekämpfen, neu entfacht. Sowohl Behörden als auch Aktivist:innen fordern nun konsequentere Präventionsmaßnahmen und klarere Konsequenzen für hassmotivierte Taten.

Quelle