02 April 2026, 00:13

Pistorius wirft den USA vor, die NATO durch Grönland-Streit zu schwächen

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute darstellt, unterteilt in Regionen, die verschiedene Jahre der Erweiterung repräsentieren.

Pistorius wirft USA Schaden für NATO vor - Pistorius wirft den USA vor, die NATO durch Grönland-Streit zu schwächen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wirft der US-Regierung unter Präsident Donald Trump vor, die NATO zu schwächen. Seine Kritik kommt im Zuge eines Streits um die Souveränität Grönlands und Bedenken hinsichtlich der Haltung Washingtons im Ukraine-Krieg. Pistorius warnte, solche Schritte könnten Gegner ermutigen und die Bündniszusammenarbeit belasten.

Der Konflikt eskalierte, als die USA im Januar 2026 Dänemarks Herrschaft über Grönland infrage stellten. In einem Schreiben an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre wurde fälschlich behauptet, es gebe keine schriftlichen Belege für die dänische Souveränität – obwohl Verträge wie der Kieler Frieden von 1814 und ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs von 1933 diese klar bestätigen. Auf dem World Economic Forum in Davos forderte Trump am 21. Januar unverzügliche Verhandlungen über eine vollständige US-Kontrolle und berief sich dabei auf den militärischen Schutz der Region durch Amerika.

Versuche einer Lösung scheiterten, nachdem dänische und grönländische Vertreter mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Rubio in Washington zusammengetraffen waren. Die NATO reagierte mit einer Aufklärungsmission in Grönland, an der ab dem 16. Januar auch die Bundeswehr beteiligt war. Zudem wurde die neue Überwachungsoperation «Arctic Guardian» gestartet, um die Sicherheit zu stärken und die Spannungen zu entschärfen. Gleichzeitig übergab Washington wichtige NATO-Kommandostellen in Norfolk und Neapel an europäische Führung.

Pistorius betonte, die US-Position in der Grönland-Frage und die Haltung zum Ukraine-Konflikt untergrüben das Vertrauen im Bündnis. Er machte deutlich, dass die NATO auch für Europa funktionieren müsse – und nicht nur im Sinne der USA. Der Minister verwies darauf, dass in einer Welt mit aufstrebenden Rivalen selbst eine Supermacht nicht allein handeln könne.

Der Streit um Grönland und grundsätzliche strategische Differenzen werfen Fragen nach der Einheit der NATO auf. Pistorius' Äußerungen spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit europäischer Mitglieder mit der US-Politik wider. Das Bündnis steht nun vor der Herausforderung, die transatlantische Zusammenarbeit mit den Interessen der einzelnen Mitglieder in Einklang zu bringen.

AKTUALISIERUNG

Pistorius' Munich Conference Remarks Spark NATO Tensions

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius delivered his NATO criticism at the Munich Security Conference, a detail absent from the original report. Further context reveals:

  • Danish PM Frederiksen urged permanent NATO commitment to the Arctic mission 'Arctic Sentry' during the same event.
  • Pistorius outlined a vision for Europe to lead conventional forces while the US maintains nuclear support, demanding Washington's reliability.