Pflegeversicherung am Abgrund: Warum Deutschlands System kurz vor dem Kollaps steht
Nadeschda PärtzeltPflegeversicherung am Abgrund: Warum Deutschlands System kurz vor dem Kollaps steht
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps
Das deutsche System der Pflegeversicherung gerät zunehmend unter Druck. Nach 31 Jahren seines Bestehens steuert es auf die schwerste Finanzkrise seiner Geschichte zu. Steigende Kosten und ungedeckte Finanzierungszusagen bringen das System an den Rand des Abgrunds.
Die Ausgaben des Pflegeversicherungsfonds übersteigen die Einnahmen bei Weitem. Die Versicherten zahlen bereits die maximal möglichen Eigenanteile – doch selbst das reicht nicht aus, um die vollen Kosten der Langzeitpflege zu decken. Ohne Kurskorrekturen könnte das kumulierte Defizit für die Jahre 2027 und 2028 auf 22,5 Milliarden Euro anwachsen.
Auch die Bundesregierung hat zentrale Verpflichtungen nicht erfüllt. Rund 5 Milliarden Euro an COVID-19-bedingten Schulden harren weiterhin der Begleichung. Zudem wurden in diesem Jahr die fälligen 10 Milliarden Euro für die Rentenbeiträge von pflegenden Angehörigen nicht erstattet. Diese ausstehenden Zahlungen verschärfen die finanzielle Notlage zusätzlich.
Ebenso haben die Bundesländer ihre Verantwortung nicht wahrgenommen. Würden sie die Investitionskosten für Pflegeheime übernehmen, könnten die Bewohner etwa 500 Euro im Monat sparen. Derzeit müssen die Betroffenen diese Kosten selbst tragen – was die Bezahlbarkeit weiter verschlechtert.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bereitet nun Gegenmaßnahmen vor. Ein Entwurf für eine Pflegereform soll bis Mitte Mai vorgelegt werden.
Das Überleben des Systems hängt von schnellem Handeln ab. Ohne grundlegende Veränderungen werden die wachsenden Defizite und unbeglichenen Verpflichtungen die finanzielle Stabilität weiter aushöhlen. Die anstehenden Vorschläge der Regierung werden entscheiden, ob die Langzeitpflege bezahlbar und zukunftsfähig bleibt.






