NRW-Wähler kehren der Regierung den Rücken – AfD und Grüne profitieren vom Stimmungswandel
Nadeschda PärtzeltNRW-Wähler kehren der Regierung den Rücken – AfD und Grüne profitieren vom Stimmungswandel
In Nordrhein-Westfalen verschiebt sich die öffentliche Meinung rasant. Wirtschaftliche Sorgen und Unzufriedenheit mit der Landesregierung haben die politischen Prioritäten neu geordnet. Die Wähler konzentrieren sich nun stärker auf Infrastruktur und Verkehr als auf Migration.
Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst hat drei Prozentpunkte verloren und liegt nun bei 32 Prozent. Auch die SPD unter Jochen Ott büßte drei Punkte ein und kommt auf 17 Prozent. Gleichzeitig legte die rechtspopulistische AfD zu und erreichte mit 17 Prozent ihr bestes Ergebnis aller Zeiten – gleichauf mit der SPD als zweitstärkste Kraft.
Die Grünen gewannen zwei Punkte hinzu und kommen auf 15 Prozent. Die FDP überschritt erstmals seit April 2024 die Fünf-Prozent-Hürde und legte einen Punkt zu.
Nur noch 22 Prozent der Wahlberechtigten bewerten die wirtschaftliche Lage des Landes als sehr gut oder gut – ein Rückgang um neun Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Jobunsicherheit nahm zu: 16 Prozent der Erwerbstätigen fürchten Arbeitslosigkeit, ein Anstieg um sechs Punkte. Die Zustimmung zur Landesregierung ist seit Februar deutlich gesunken, nur noch 42 Prozent zeigen sich zufrieden.
Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr haben Migration als drängendste Themen abgelöst. Zudem überdenkt jeder vierte Einwohner wegen steigender Kosten seine Sommerreisepläne.
Die politische Landschaft in Nordrhein-Westfalen ist im Umbruch. Die CDU bleibt zwar vorn, sieht sich aber wachsender Konkurrenz durch AfD und Grüne ausgesetzt. Wirtschaftliche Ängste und Infrastrukturprobleme prägen zunehmend die Stimmung der Wähler im Land.
