Niedersachsen vereinheitlicht Arzneimittelversorgung für Praxen ab Juli 2025
Brit PutzNiedersachsen vereinheitlicht Arzneimittelversorgung für Praxen ab Juli 2025
Einheitliche Vereinbarung zur Arzneimittelversorgung in Niedersachsen unterzeichnet
Die Landesapothekerkammer Niedersachsen (LAV) und die gesetzlichen Krankenkassen haben ein neues, einheitliches Abkommen zur Belieferung von Praxen mit medizinischen Verbrauchsmaterialien geschlossen. Die Vereinbarung tritt am 1. Juli in Kraft und ersetzt damit ein Flickwerk älterer Regelungen, um Versorgungslücken zu vermeiden. Sie umfasst essenzielle Produkte wie Impfstoffe, Medikamente und Notfallbehandlungsmaterialien, die von Vertragsärzten genutzt werden.
Die bisherigen Bestimmungen waren von der LAV Ende 2025 gekündigt worden, was monatelange Verhandlungen nach sich zog. Um Unterbrechungen zu verhindern, wurde während der Gespräche eine Friedenspflicht verlängert, die eine durchgehende Versorgung sicherte. Erstmals führt das neue Rahmenwerk standardisierte Prioritätsregeln für die Abgabe von Fertigarzneimitteln an Praxen ein.
Laut der Vereinbarung erhalten Apotheken künftig 80 Cent pro an Vertragsärzte gelieferte Impfdosis. Dieser Satz steigt auf einen Euro, sobald vereinbarte Lieferziele erreicht werden. In einer separaten, aber damit zusammenhängenden Änderung bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) Ende 2025, dass die Impfpauschalen für Vertragsärzte ab dem 1. Juli 2025 von 15 auf 25 Euro pro Dosis angehoben werden.
Ziel des Abkommens ist es, Abläufe zu vereinfachen, Kosten zu senken und gleichzeitig eine hochwertige Versorgung mit Praxismaterialien zu gewährleisten. Zudem entfällt die Notwendigkeit mehrerer Einzelverträge, was für alle Beteiligten mehr Klarheit schafft.
Die Vereinbarung bringt standardisierte Regeln und eine bessere Vergütung für Apotheken und Ärzte mit sich. Durch höhere Impfpauschalen und eine strukturierte Lieferkette soll das System effizienter arbeiten. Die Änderungen gelten flächendeckend in Niedersachsen ab dem 1. Juli und sichern so einen gleichbleibenden Zugang zu lebenswichtigen medizinischen Produkten.