Neues Hausarzt-System: Reform soll Wartezeiten verkürzen – doch Kritik wächst

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Ein Arzt in weißem Kittel erklärt eine CT-Scan-Maschine zwei Personen in schwarzen Mänteln, die aufmerksam zuhören.Admin User

Patientenvertreter: Fachärzte müssen Befunde erklären - Neues Hausarzt-System: Reform soll Wartezeiten verkürzen – doch Kritik wächst

Gesundheitsministerin Nina Warken präsentiert Pläne für ein neues Hausarzt-System in Deutschland

Die Pläne der Koalitionsregierung sehen vor, dass Hausärzte künftig die erste Anlaufstelle für alle Patienten sein sollen, bevor diese zu Fachärzten überwiesen werden. Kritiker zweifeln jedoch daran, ob die Reform wie beabsichtigt funktionieren wird.

Nach dem neuen Modell wäre für die Terminvereinbarung bei einem Facharzt zunächst eine Überweisung des Hausarztes erforderlich. Die Union aus CDU/CSU und SPD verspricht sich davon kürzere Wartezeiten und eine effizientere Versorgung. Zudem soll eine garantierte Frist für die Terminvergabe eingeführt werden, um den Zugang zu medizinischer Behandlung zu beschleunigen.

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, äußert jedoch erhebliche Bedenken. Er warnt, dass Hausärzte mit der zusätzlichen Arbeitsbelastung überfordert sein könnten, und bezeichnet die geplante „Termingarantie“ als unrealistisch. Brysch zieht Parallelen zum gescheiterten Heizungsgesetz der Vorgängerregierung und sieht die Gefahr eines weiteren politischen Fehlschlags.

Kritik übt er auch am aktuellen Überweisungssystem, bei dem Fachärzte ihre Befunde selten direkt mit den Patienten besprechen. Stattdessen obliege es oft den Hausärzten, die Ergebnisse zu erklären – sie agierten so eher als Vermittler denn als primäre Ansprechpartner. Brysch fordert stattdessen einen direkten Austausch zwischen Fachärzten und Patienten und hält die Überweisungsgebühren für Hausärzte für überflüssig, da sie keinen echten Mehrwert böten.

Die Stiftung plädiert für umfassendere Reformen in der ambulanten Versorgung. Zu den Vorschlägen gehört unter anderem die Abschaffung der Überweisungsgebühren, die für Ärzte zu einer lukrativen, aber unnötigen Einnahmequelle geworden seien.

Doch die geplante Neuordnung der Grundversorgung stößt bei Patientenvertretern auf Skepsis. Sollte das System eingeführt werden, müssten Hausärzte alle Facharztüberweisungen steuern – und das innerhalb strenger Zeitvorgaben. Ob die Reform den Druck auf das Gesundheitssystem verringert oder neue Engpässe schafft, bleibt abzuwarten.

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