20 June 2026, 02:21

Milo Raus Festival bricht Besucherrekorde – doch die Auslastung sinkt

Wiener Festwochen: Nun kehrt Frieden in den Staat der Götter zurück

Milo Raus Festival bricht Besucherrekorde – doch die Auslastung sinkt

Das diesjährige Festival unter der Leitung von Milo Rau lockte fast 196.000 Besucher:innen an – ein neuer Rekord. Doch die Auslastung der Kapazitäten ging während seiner Amtszeit zurück. Rau prägte mit provokanten Inszenierungen und kühnen Aussagen maßgeblich die gesellschaftspolitischen Debatten rund um das Event.

Sein fünfwöchiges Mammutprojekt „Republik der Götter“ dominierte das Programm. Rau erklärte es kurzerhand zum „größten Stück aller Zeiten“ – und sorgte damit für weiteren Zündstoff. Sein Einfluss reichte dabei weit über die Theaterwelt hinaus: Er befeuerte Diskussionen mit selbsternannten Propheten wie Peter Thiel und Braco.

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Auch andere Produktionen hinterließen starke Eindrücke. Angélica Liddells„Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben“ zählte zu den Höhepunkten. Florentina Holzinger inszenierte in „Pfingstspiel“ eine Performer:in, die einen BMW wie in einem dramatischen Wagenrennen bändigt. Die interaktive Arbeit „Turn“ der Gob Squad erkundete das Thema des Doppelgängers und bezog das Publikum direkt ein.

Nicht alle Inszenierungen überzeugten. Nestervals Adaption des Nibelungenstoffs fand wenig Anklang, „Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2“ wurde für seinen vortragsartigen Stil kritisiert. Susanne Kennedys„Parsifal“ kämpfte mit den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg. Dagegen erntete Thorsten Lensings„Tanzende Idioten“ breite Anerkennung. Patti Smith bereicherte das Programm mit prominenten Auftritten, während Brigitta Muntendorfs„Der Tag davor“ ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt bot.

Trotz rückläufiger Auslastung setzte Rau mit dem Festival Maßstäbe: Es verzeichnete nicht nur Besucherrekorde, sondern auch ambitionierte Produktionen und hitzige Debatten. Die Mischung aus Erfolg und Scheitern spiegelte das mutige, vielseitige Programm wider.

Quelle