Migrationsforscher Knaus kritisiert Deutschlands umstrittene Asyl-Politik an Binnengrenzen
Adem SeidelMigrationsforscher Knaus kritisiert Deutschlands umstrittene Asyl-Politik an Binnengrenzen
Migrationsforscher Gerald Knaus kritisiert Deutschlands jüngste Zurückweisungen von Asylsuchenden an den Binnengrenzen. Er argumentiert, dass die Maßnahme gegen EU-Recht verstoße und irreguläre Migration nicht wirksam bekämpfe. Die im Mai 2025 eingeführte Praxis hat eine Debatte über ihre Rechtmäßigkeit und ihren Zweck ausgelöst.
Ursprünglich waren solche Zurückweisungen 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden, doch nun setzt sie die deutsche Regierung um. Seit der Einführung werden sie von offiziellen Stellen als Reaktion auf den Migrationsdruck dargestellt. Knaus hingegen betont, dass diese Maßnahmen kaum Einfluss auf die Zahl der irregulären Ankünfte in der EU hätten.
Die Asylanträge in Deutschland sind seit 2024 deutlich zurückgegangen. Knaus führt diesen Rückgang jedoch nicht auf deutsche Politik zurück, sondern auf veränderte Bedingungen in Syrien. 2024 ließen sich 80 Prozent der Syrier, die in der EU Schutz erhielten, in Deutschland und Österreich nieder – beide Länder sind daher besonders von Schwankungen in den Flüchtlingsströmen betroffen.
Trotz des Fokus auf Grenzkontrollen bestehe die aktuelle Strategie laut Knaus keine langfristige Tragfähigkeit. Er fordert die Politik auf, den jüngsten Rückgang der Flüchtlingszahlen als Chance zu nutzen, um nachhaltigere und humanere Migrationslösungen zu entwickeln.
Die Zurückweisungspolitik der Bundesregierung bleibt umstritten – Kritiker zweifeln an ihrer Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit. Während die Asylzahlen sinken, dreht sich die Diskussion nun darum, ob strengere Grenzkontrollen oder umfassende Reformen die künftige Migrationspolitik prägen werden. Knaus’ Plädoyer für einen ausgewogeneren Ansatz unterstreicht die anhaltende Spannung zwischen Sicherheitsinteressen und humanitären Verpflichtungen.






