Metall- und Elektroindustrie in Deutschland kämpft um Überleben
Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steckt in einer schweren Krise. Produktion, Aufträge und Beschäftigung sind drastisch eingebrochen – und trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen gibt es keine Anzeichen für eine Erholung. Die Probleme des Sektors sind Teil eines breiteren wirtschaftlichen Abschwungs, der Unternehmen im ganzen Land belastet.
Die Produktion in der Metall- und Elektrobranche sank im April im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um 2,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich lag der Rückgang bei 2,7 Prozent, sodass das aktuelle Niveau 15 Prozent unter dem von 2018 liegt. Die Kapazitätsauslastung beträgt nur noch 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Auch die Auftragslage hat sich stark verschlechtert. Die Industrieaufträge gingen im April um 3,8 Prozent gegenüber März zurück, wobei frühere Zahlen nach unten korrigiert wurden. Im Dreimonatszeitraum bis April 2026 lagen die Bestellungen 3,1 Prozent niedriger als im Vorquartal. Allein im April brachen die Neuaufträge in der Metall- und Elektroindustrie um 5,4 Prozent ein.
Die Beschäftigung im Sektor ist massiv betroffen. Die Zahl der Beschäftigten sank im April auf 3,746 Millionen, ein saisonbereinigter Rückgang um 15.600 Stellen – der stärkste monatliche Verlust seit Juli 2020. Seit 2019 hat die Branche über 300.000 Arbeitsplätze abgebaut. Gleichzeitig stiegen die Unternehmenspleiten in Deutschland im Mai 2025 auf 1.518 Fälle, ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Mai-Monate zwischen 2016 und 2019.
Die Metall- und Elektroindustrie schrumpft weiter: Produktion, Aufträge und Jobs gehen zurück, die Zahl der Insolvenzen steigt, und der Sektor liegt weit unter den Werten von 2018. Dass trotz staatlicher Förderprogramme keine Besserung in Sicht ist, deutet auf tiefgreifendere wirtschaftliche Herausforderungen hin.






