Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte bangt um 160 Millionen Euro EU-Hilfen
Nadeschda PärtzeltBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte bangt um 160 Millionen Euro EU-Hilfen
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern droht ein finanzieller Schlag, da EU-Agrarsubventionen um Hundertmillionen geschmälert werden könnten. Der Agrarminister des Landes, Till Backhaus, warnte, dass über 1.000 Betriebe in Existenznot geraten könnten, sollten die geplanten Kürzungen umgesetzt werden. Die Lage sei alarmierend, besonders da viele Höfe bereits jetzt unter Druck stünden.
Hintergrund der Kürzungen sind neue Obergrenzen und eine degessive Stafflung für größere Agrarbetriebe. Durch die Änderungen könnte Mecklenburg-Vorpommern jährlich mehr als 160 Millionen Euro an EU-Fördergeldern verlieren. Backhaus betonte, dass solche Einbußen die Landwirtschaft der Region in einer Zeit globaler Krisen zusätzlich destabilisieren würden, in der es eigentlich auf Stabilität ankomme.
Die Kürzungen sind Teil umfassender Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU, die 2028 in Kraft treten sollen. Die Pläne sehen vor, die GAP in einen neuen sektorübergreifenden Fonds zu überführen und den Mitgliedstaaten über nationale Strategiepläne mehr Flexibilität zu geben. Allerdings hat der Europäische Rechnungshof Bedenken geäußert – etwa zur Haushaltsführung und zu zentralen Zielen wie Einkommenssicherung für Landwirte und Umweltschutz.
Auf der jüngsten Agrarministerkonferenz in Bayern setzte sich Backhaus zudem für klarere Düngeregeln ein. Gemeinsam mit Brandenburg will er rechtssichere Vorgaben schaffen, die den Landwirten dringend benötigte Planungssicherheit geben. Thematisiert wurden auch nationale Fragen wie die Tierhaltung sowie Forderungen der sächsischen Grünen nach stärkeren Klimaanreizen und einer stärkeren Regionalförderung.
Die geplanten Kürzungen könnten eine Branche weiter schwächen, die bereits unter Spannung steht. Mit über 160 Millionen Euro, die jährlich auf dem Spiel stehen, drohen Mecklenburg-Vorpommerns Landwirten erhebliche finanzielle Herausforderungen. Wie gut sich die Landwirtschaft der Region in den kommenden Jahren anpassen kann, wird maßgeblich von den Reformen abhängen.






