14 March 2026, 12:29

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in ihrer Heimat. Die Preisverleihung fand am Samstag, dem 6. Januar 2026, im Krönungssaal von Aachen statt – nach Jahren in Haft.

Die Vergabe des Preises war bereits 2022 angekündigt worden, als Kolesnikowa noch inhaftiert war. Ihre Freilassung im Dezember 2025 folgte auf eine fünfjährige Haftstrafe, die sie wegen ihrer Beteiligung an Massenprotesten gegen den langjährigen Machthaber Belarusslands, Alexander Lukaschenko, verbüßt hatte.

Kolesnikowa war 2020 festgenommen worden, nachdem sie Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos angeführt hatte. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Oppositionsaktivitäten. Trotz internationaler Forderungen nach ihrer Freilassung blieb sie bis Dezember 2025 inhaftiert.

Das Karlspreis-Komitee lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für demokratische Rechte. Nach ihrer Entlassung gewährte ihr Deutschland politisches Asyl und bot ihr so Schutz vor der anhaltenden Repression in Belarus.

Belarus bleibt unter der autoritären Herrschaft Lukaschenkos, der enge Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin unterhält. Oppositionelle wie Kolesnikowa sehen sich Haft, Exil oder weiterer Verfolgung ausgesetzt. Lukaschenko hat im Vorfeld der für Januar 2025 geplanten vorgezogenen Präsidentschaftswahlen die Kontrollen weiter verschärft, während Aktivisten die Freilassung politischer Gefangener fordern.

Die Verleihungszeremonie für Kolesnikowa fand vor diesem angespannten Hintergrund statt. Ihre Auszeichnung unterstreicht den anhaltenden Kampf um Demokratie in Belarus, während das Regime seine Macht weiter festigt.

Kolesnikowa lebt heute in Deutschland, wo sie sich weiterhin für die belarussische Demokratie einsetzt. Der Karlspreis lenkt weltweite Aufmerksamkeit auf ihr Anliegen, doch die Regierung Lukaschenkos zeigt keine Anzeichen, die Unterdrückung zu lockern. Angesichts der bevorstehenden Wahlen und der zum Schweigen gebrachten Oppositionsstimmen ist ihr Kampf noch lange nicht vorbei.

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