16 April 2026, 18:32

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenmacht und NS-Vergangenheit

Comedian Joe Lycett ändert seinen Namen zu Hugo Boss im Support von kleinen Unternehmen, die von einem Modedesigner 'angegriffen' werden

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenmacht und NS-Vergangenheit

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen Hugo Boss seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Abmahnungen, die das Unternehmen an kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen verschickt hatte – darunter eine walisische Brauerei und eine Nichtregierungsorganisation.

Der Konflikt wirft ein Schlaglicht auf die Vergangenheit des Konzerns, der während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter für die Produktion von NS-Uniformen einsetzte.

Das 1924 gegründete Unternehmen Hugo Boss geht seit Jahren gegen kleine Unternehmen vor, die das Wort "BOSS" in ihren Namen führen. Die in Swansea ansässige Brauerei Boss Brewing musste nach einer rechtlichen Drohung 10.000 Pfund für Anwalts- und Umfirmierungskosten aufbringen. Auch die gemeinnützige Initiative DarkGirlBoss sah sich mit Klagen konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Der Firmengründer Hugo Ferdinand Boss war Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. Während des Krieges fertigte das Unternehmen SS-Uniformen unter Einsatz von Zwangsarbeitern. 2011 entschuldigte sich Hugo Boss öffentlich für seine Verstrickung in das NS-Regime und räumte das verursachte Leid ein.

Heute beschäftigt der Modekonzern über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern und betreibt 439 Filialen. Der Jahresumsatz liegt bei mehr als 2,3 Milliarden Pfund. Unterdessen kündigte Joe Lycett an, in seiner Sendung Got Your Back ein neues Produkt unter seinem nun rechtmäßig geänderten Namen auf den Markt zu bringen.

Lycetts Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf die problematische Vergangenheit und die aktuelle Markenpolitik von Hugo Boss. Kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen leiden weiterhin unter den finanziellen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten mit dem Konzern. Sowohl die Geschichte des Unternehmens als auch seine juristischen Vorgehensweisen bleiben umstritten.

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