Hamburgs Jugendhilfe-Netzwerk kämpft ums Überleben – Schließung droht bis Juni
Adem SeidelHamburgs Jugendhilfe-Netzwerk kämpft ums Überleben – Schließung droht bis Juni
Hamburgs Jugendhilfeverband steht vor der Schließung – Finanzierung ungesichert
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH), der das einzige Fachnetzwerk für offene Jugendhilfe in der Stadt betreibt, droht wegen instabiler Finanzierung bis Ende Juni geschlossen zu werden. Auch die seit 2017 aktive OHA-Ombudsstelle könnte von der Schulbehörde abgebaut werden.
Aktuell arbeitet der Verband mit nur 2,5 Vollzeitstellen, die sich auf offene Jugendarbeit, Interessenvertretung und Fachberatung verteilen. Er verwaltet 17 Einrichtungen und 27 Projekte, darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen. Ohne zusätzliche 120.000 Euro jährlich können jedoch essentielle Positionen wie eine Geschäftsführung und eine Verwaltungsstelle nicht finanziert werden.
Seit 2021 bearbeitet die OHA-Ombudsstelle jährlich rund 300 Beratungsfälle und thematisiert öffentlich zentrale Anliegen von Kindern und Jugendlichen. Die Stadt plant nun, diesen Service mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen – verbunden mit einer Neuausschreibung. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) kritisiert diesen Schritt und hinterfragt die Notwendigkeit einer erneuten Vergabe sowie den möglichen Verlust der bewährten Struktur.
Falls bis Ende Juni keine Finanzlösung gefunden wird, muss der VKJH über eine Übertragung seiner Aufgaben auf die Bezirksämter verhandeln. Eine Schließung des Verbands würde Hamburg seines einzigen spezialisierten Netzwerks für offene Kinder- und Jugendarbeit berauben.
Die Zukunft des VKJH und seiner Ombudsstelle bleibt ungewiss. Ohne zusätzliche Mittel oder eine Kurskorrektur der Stadt könnte der Verband seine Arbeit einstellen – und damit seine Rolle in der Unterstützung von Jugendhilfeangeboten und der Vertretung von Kinderrechten in Hamburg verlieren.






