16 April 2026, 08:29

Glasfaserausbau: Warum offene Netze jetzt den Markt revolutionieren könnten

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der besagt, dass über 15 Millionen Haushalte eingeschrieben sind, um bei High-Speed-Internet zu sparen, und einem Logo.

Glasfaserausbau: Warum offene Netze jetzt den Markt revolutionieren könnten

Offene Netze gewinnen an Bedeutung beim Glasfaserausbau in Deutschland

Mit fast 300 Netzbetreibern bundesweit nimmt der Druck für eine gemeinsame Nutzung der Infrastruktur zu. Ein neuer Gesetzentwurf soll nun für fairen Wettbewerb in Regionen sorgen, in denen nur ein Anbieter wirtschaftlich rentabel arbeiten kann.

Die überarbeitete Version des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sieht eine zentrale Neuerung vor: Betreiber in Gebieten mit nur einem wirtschaftlich tragfähigen Glasfasernetz müssen künftig Verhandlungen über den Zugang für Drittanbieter führen. Dieser Schritt folgt einer wachsenden Nachfrage nach Auswahlmöglichkeiten – so gibt der Provider 1&1 Versatel an, dass 83 Prozent seiner Kunden Optionen jenseits eines einzigen Anbieters wünschen.

Einige Unternehmen setzen bereits auf offene Netze. Deutsche GigaNetz kooperiert mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und dem regionalen Anbieter Westconnect. Gleichzeitig wird Plusnet in Kürze eigene Dienste über die von OXG aufgebauten Netze anbieten. Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass offene Netze zwar höhere Anfangsinvestitionen erfordern, dafür aber eine vollständige Auslastung der Infrastruktur gewährleisten.

Doch nicht alle Betreiber ziehen gleich schnell nach: Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge planen, ihr Glasfasernetz erst 2030 oder 2031 für Drittanbieter zu öffnen. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), fordert strengere Kontrollen, falls sich keine Vereinbarungen über offenen Netzzugang abzeichnen.

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Der TKG-Entwurf könnte den deutschen Glasfasermarkt neu ordnen, indem er in unterversorgten Gebieten Verhandlungen erzwingt. Mit weiteren Partnerschaften ist zu rechnen, da Betreiber die anfänglichen Kosten gegen die langfristige Effizienz der Netze abwägen. Die Entwicklung spiegelt sowohl regulatorischen Druck als auch die Kundennachfrage nach mehr Anbieterwahl wider.

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