Gedenkmarsch in Mahlow ehrt Noë Martin – ein Leben gegen Rassismus und für Vielfalt
Alex FlantzGedenkmarsch in Mahlow ehrt Noë Martin – ein Leben gegen Rassismus und für Vielfalt
Rund 100 Menschen versammelten sich am Bahnhofsvorplatz in Mahlow, um an Noë Martin zu erinnern, einen aus Jamaika stammenden ehemaligen Bauunternehmer. Martin war 1996 bei einem rassistischen Angriff gelähmt worden und verstarb 2020. Die Veranstaltung würdigte sein Vermächtnis im Rahmen der Aktionswoche „Demokratie und Vielfalt“, die noch bis zum 21. Juni läuft.
Bei dem Angriff auf Martin waren zwei Männer aus Mahlow beteiligt, die ihn mit dem Auto verfolgten und anschließend einen Feldstein in sein Fahrzeug warfen. Trotz seiner schweren Verletzungen organisierte er später eine Demonstration sowie ein Jugendaustauschprogramm, das seinen Namen trägt.
Der Gedenkmarsch wurde von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Martins Sohn, Negus Martin, angeführt. Die Route führte über die Noë-Martin-Brücke, die 2021 zu seinen Ehren benannt wurde. Reden hielten Mahlows Bürgermeister Michael Schuchow und Judith Porath, Geschäftsführerin des Vereins Opferperspektive e.V.
In seiner Ansprache bezog sich Woidke auf die Rolle der AfD bei der Zunahme rechtsextremer Gewalt. Schuchow hatte zuvor das von der AfD organisierte Musikfestival Märkische Klangnacht verboten, während die Band Wutbürger bei einer separaten Veranstaltung auftrat.
Die Kundgebung unterstrich Martins anhaltenden Einfluss auf die Gemeinschaft. Die nach ihm benannte Brücke und die laufende Aktionswoche erinnern an seinen Kampf gegen Rassismus. Lokale Verantwortliche und Aktivistinnen setzen sich weiterhin für die Anliegen ein, für die er stand.






