EU-Digital-Identity-Wallet: Neue digitale Identität mit Sicherheitslücken und großen Plänen
Alex FlantzEU-Digital-Identity-Wallet: Neue digitale Identität mit Sicherheitslücken und großen Plänen
Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem, um die Altersüberprüfung und Identitätskontrollen in den Mitgliedstaaten zu vereinfachen. Das sogenannte EU-Digital-Identity-Wallet soll Bürgern eine sichere Möglichkeit bieten, persönliche Daten zu verwalten und ihre Identität sowohl online als auch offline nachzuweisen. Als Teil dieser Initiative wurde im April eine erste Version einer Altersverifikations-App vorgestellt.
Das EU-Digital-Identity-Wallet baut auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem auf. Es soll Gemeinden, regionale Behörden und Bundesbehörden in einem einheitlichen Rahmen vernetzen. Jedes EU-Land wird voraussichtlich ab Januar eine eigene Version auf Basis gemeinsamer Standards einführen.
Im April präsentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die erste Fassung der Altersverifikations-App. Doch IT-Sicherheitsexperten deckten kurz nach der Vorstellung Schwachstellen auf, indem sie die Anwendung erfolgreich hackten. Das Wallet ist darauf ausgelegt, Nutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu geben und gleichzeitig sichere Überprüfungsmöglichkeiten für Dienstleistungen zu bieten, die eine Alters- oder Identitätsbestätigung erfordern.
Das Projekt entsteht vor dem Hintergrund der EU-Bestrebungen, die digitale Aufsicht auszuweiten. Die rechtliche Grundlage für die freiwillige Chat-Überwachung durch Tech-Unternehmen lief im April aus, doch im Juni sollen die Verhandlungen über dauerhafte Regelungen wiederaufgenommen werden. Parallel prüft die EU Möglichkeiten, verschlüsselte Kommunikation zu überwachen – darunter auch Methoden wie das Client-Side-Scanning.
Die Nutzung des Wallets soll zunächst freiwillig sein, doch seine Verbreitung könnte zunehmen, da der Bargeldgebrauch zurückgeht und die Pläne für einen digitalen Euro voranschreiten. Der Start des Systems ist für Januar vorgesehen, wobei alle Mitgliedstaaten ihre eigenen Versionen umsetzen werden. Sein Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob die Sicherheitsbedenken behoben werden können, die durch die anfänglichen Schwachstellen der Altersverifikations-App aufgedeckt wurden.






