25 June 2026, 14:24

Entwicklungspolitik am Scheideweg: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungspolitik am Scheideweg: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Deutsche Entwicklungspolitik steht auf dem Prüfstand – NGOs legen Jahresbilanz vor

Mathias Mogge und Joshua Hofert, die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes, haben am Mittwoch ihre Einschätzung zur aktuellen Entwicklungspolitik vorgestellt. Dabei wiesen sie auf drängende Herausforderungen und die Notwendigkeit von Reformen im Sektor hin.

Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für den Haushalt 2027 sind weitere Kürzungen geplant. Zwar begrüßen die NGOs die Neuausrichtung der Politik, kritisieren jedoch, dass es an einer kohärenten Strategie fehlt.

Die Organisationen fordern eine deutliche Aufstockung der humanitären Hilfe. Im kommenden Bundeshaushalt soll das Budget von derzeit einer Milliarde Euro auf 2,8 Milliarden Euro steigen. Mogge betonte, dass sowohl Mittel für die Krisenbewältigung als auch für präventive Maßnahmen nötig seien.

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Zudem müsse es bei den Reformen nicht um die Menge, sondern um die Qualität der Hilfe gehen, so Mogge. Er plädierte für weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit zivilgesellschaftlicher Gruppen. Joshua Hofert ergänzte, dass die Reform kein „Berlin-gesteuertes Projekt“ werden dürfe. Vielmehr müssten von Anfang an Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbezogen werden.

Die NGOs warnten, dass die zunehmende Politisierung der Entwicklungshilfe ihre Grundprinzipien untergräbt. Die Politik stehe unter wachsendem Druck durch Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig forderten sie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf, die Zivilgesellschaft aktiv in die Gestaltung der Reformen einzubinden.

Die Bilanz der NGOs unterstreicht: Es braucht mehr Mittel und eine bessere Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Die vorgeschlagenen Reformen zielen zwar auf eine höhere Wirksamkeit der Hilfe ab, erfordern aber eine breitere Beteiligung. Angesichts der geplanten Haushaltskürzungen der Bundesregierung wird der Ruf nach Veränderung immer dringlicher.

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