Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse in Gefahr
Die Kreisverwaltung Emmendingen hat Sparmaßnahmen für den örtlichen Nahverkehr vorgeschlagen. Steigende Betriebskosten belasten den Haushalt, obwohl es in jüngster Zeit Fortschritte bei der Mobilität gab. Die Pläne zielen darauf ab, Ausgaben zu senken, ohne dabei die grundlegenden Verkehrsleistungen zu gefährden.
Für das Jahr 2026 sind rund 9 Millionen Euro für die Förderung des lokalen Nahverkehrs und des Schülertransports vorgesehen. Durch optimierte Schulbus- und Linienverkehrsdienste sollen 2027 weitere Einsparungen in Höhe von etwa 200.000 Euro erzielt werden. Eine Verkehrsuntersuchung im Jahr 2027 soll zusätzliche Kürzungsmöglichkeiten für 2028 aufzeigen.
Die Verwaltung empfiehlt, Verträge für Abendbusse auf Entwicklungsstrecken nicht zu verlängern. Diese Maßnahme würde jährlich etwa 100.000 Euro sparen, betrifft jedoch Städte wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Die örtlichen Gemeinderäte müssen nun entscheiden, ob sie diese Verbindungen weiter finanzieren oder ob die Busse künftig bereits ab 20 Uhr nicht mehr fahren sollen.
Als mögliche neue Einnahmequelle wurde ein Mobilitätspass in Betracht gezogen. Die Verwaltung äußerte jedoch Bedenken wegen des hohen Verwaltungsaufwands und rechtlicher Unsicherheiten. Radikalere Optionen, wie die vollständige Streichung aller Buslinien nach 22 Uhr oder die Reduzierung von Taktungen auf stark frequentierten Strecken, wurden zwar diskutiert, werden derzeit aber nicht empfohlen.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Vorschläge am 29. Juni prüfen. Die endgültige Entscheidung des Kreistags ist für den 20. Juli angesetzt. Der Landkreis steht vor der Herausforderung, Haushaltszwänge mit dem Bedarf an zuverlässigen Verkehrsverbindungen in Einklang zu bringen. Die Kommunalvertretungen spielen dabei eine zentrale Rolle bei der Zukunft der Abendverkehre. Die endgültigen Beschlüsse zu den Maßnahmen wird der Kreistag im Juli fassen.
