Deutschland beschleunigt Rückgabe von Raubkunst und kolonialen Kulturgütern bis 2029
Nadeschda PärtzeltKulturminister Weimer bereitet Gesetz für die Rückgabe geraubter Kunst vor - Deutschland beschleunigt Rückgabe von Raubkunst und kolonialen Kulturgütern bis 2029
Deutschland bereitet ein neues Gesetz vor, um in der NS-Zeit und während der Kolonialherrschaft geraubtes Kulturgut zurückzugeben. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, hat Pläne angekündigt, die Rückgabe zu beschleunigen – darunter auch menschliche Überreste aus der Kolonialzeit. Die Regelung, die voraussichtlich Anfang 2029 in Kraft treten soll, wird sich auch auf privat besessene Objekte erstrecken, die zu Unrecht im Land gehalten werden.
Das geplante Gesetz knüpft an laufende Bemühungen an, die mit der Aufarbeitung der kolonialen und NS-bedingten Raubkunst verbunden sind. Im vergangenen Jahr wurde eine Schiedsstelle eingerichtet, um Streitigkeiten über NS-geraubte Kulturgüter beizulegen. Weimer betonte, dass solche Objekte "ohne Verzögerung" zurückgegeben werden müssten. Die Neuregelung wird bestehende Vorschriften erweitern und auch Kunstwerke und Artefakte in Privatbesitz einbeziehen.
Während der deutschen Kolonialherrschaft wurden Tausende menschliche Überreste gestohlen, doch exakte Zahlen sind bis heute nicht dokumentiert. Zwar laufen derzeit 615 Projekte zur Aufarbeitung kolonialer Kulturgutverluste, doch detaillierte Statistiken zu den Überresten fehlen. Wolfram Weimer hob die Rückführung dieser Gebeine ausdrücklich als Priorität hervor.
Die Bundesregierung plant zudem die Einrichtung eines zentralen Erinnerungsorts für die Kolonialverbrechen. Bisher gibt es in Deutschland keine solche Gedenkstätte, obwohl die Forderungen nach einer Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit lauter werden.
Das neue Gesetz soll die Rückgabe sowohl von NS-Raubkunst als auch von kolonialen Kulturgütern erleichtern. Es wird für öffentliche und private Sammlungen gelten und so eine größere Verantwortung sicherstellen. Zudem soll ein offizieller Gedenkort für die Kolonialverbrechen geschaffen werden – ein weiterer Schritt zur Bewältigung historischer Ungerechtigkeiten.
Key Context on Weimer's Role in Cultural Repatriation
New details reveal Wolfram Weimer's official appointment as Staatsminister for Culture and Media in May 2025, establishing his authority to draft the restitution law. His responsibilities include:
- Developing legal frameworks for cultural policy via federal legislation
- Overseeing the expansion of regulations on colonial and NS-era artifacts
- Leading the 2029 law's focus on private collections and human remains






