Deutsche Bahn setzt 23 Milliarden Euro für mehr Pünktlichkeit ein – klappt die Wende?

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Zwei Züge auf dem Schienenstrang mit einem Zaun im Vordergrund, Masten auf dem Land, einer mit einer Signalleuchte, ein Auto auf der Straße rechts, Gebäude im Hintergrund und der Himmel oben.Admin User

Deutsche Bahn setzt 23 Milliarden Euro für mehr Pünktlichkeit ein – klappt die Wende?

Die Deutsche Bahn investiert 2026 mehr als 23 Milliarden Euro in die Modernisierung ihres Netzes. Mit den Mitteln sollen langjährige Probleme wie Verspätungen, mangelnde Sauberkeit und unzureichende Servicequalität für Fahrgäste behoben werden. Aktuelle Zahlen zeigen erste Fortschritte: Im Dezember 2025 erreichten Fernzüge eine Pünktlichkeitsquote von rund 75 Prozent – ein deutlicher Aufschwung im Vergleich zu den Vorjahren.

Der Druck zur Leistungssteigerung wächst nach Jahren der Unzufriedenheit. 2024 war die Pünktlichkeit deutscher Züge auf unter 70 Prozent gesunken, was scharfe Kritik von politischer Seite auslöste. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnete eine Quote von 60 Prozent als "inakzeptabel" und forderte beschleunigte Reformen.

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Neuorganisation der Entscheidungsstrukturen im Fern- und Regionalverkehr. Zudem hat die Bahn Sofortprogramme im Umfang von 140 Millionen Euro aufgelegt, die unter anderem die Fahrgastinformation, die Sauberkeit in Bahnhöfen und die Sicherheit verbessern sollen. Großbaustellen auf stark frequentierten Strecken wie der Riedbahn haben bereits zu spürbaren Verspätungsrückgängen geführt.

DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz zeigt sich optimistisch, dass sich die Maßnahmen auszahlen werden. Bis 2027 strebt das Unternehmen eine stabile Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent an. Der Vergleich mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die 2024 eine Quote von 93,2 Prozent erreichten, unterstreicht jedoch die noch bestehende Lücke, die die Deutsche Bahn schließen muss.

Verkehrsexperte Matthias Gastel betont, dass die Einstellung zusätzlichen Personals entscheidend bleibt. Ohne mehr Mitarbeiter droht das System trotz Infrastrukturausbau weiterhin an seine Grenzen zu stoßen. Die Modernisierungsoffensive wird sich noch weit in die 2030er Jahre erstrecken, um nachhaltige Verbesserungen im gesamten Netz zu gewährleisten.

Die 23-Milliarden-Investition markiert einen wichtigen Schritt zur Wiederbelebung des deutschen Schienenverkehrs. Bei Erfolg könnten Fahrgäste ab 2027 deutlich weniger Verspätungen erleben. Ob der Plan gelingt, hängt jedoch von kontinuierlicher Finanzierung, weiteren Sanierungen und der Bewältigung des Personalmangels ab.

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