11 April 2026, 12:30

"Demokratie leben!" vor radikaler Reform – Bildungszentren kämpfen ums Überleben

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun, betitelt mit 'Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777'.

"Demokratie leben!" vor radikaler Reform – Bildungszentren kämpfen ums Überleben

"Demokratie leben!" vor radikaler Umstrukturierung – Sorge um Zukunft der politischen Bildung

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Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" steht vor einem tiefgreifenden Umbau, der in ganz Deutschland Besorgnis auslöst. Seit seinem Start 2014 mit einem jährlichen Budget von rund 190 Millionen Euro gefährden die geplanten Änderungen nun das Überleben zentraler Einrichtungen – darunter das Anne-Frank-Bildungszentrum, das fast vollständig von diesen Mitteln abhängt.

Das Anne-Frank-Bildungszentrum, Teil des "Bündnisses gegen Antisemitismus", beobachtet Hassrede im Netz und entwickelt Bildungsprogramme. Seine jährliche Förderung in Höhe von 425.000 Euro wird zum Jahresende abrupt gestrichen, wodurch seine Zukunft ungewiss ist. Direktor Meron Mendel spricht von einer existenziellen Bedrohung und warnt vor weitreichenden Folgen für die Gesellschaft.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) rechtfertigt die Neuausrichtung mit Zweifeln an der Wirksamkeit des bisherigen Programms. Sie betont, dass neue Schwerpunkte – digitale Demokratiebildung, Extremismusprävention und stärkere institutionelle Strukturen – zu besseren Ergebnissen führen würden. Betroffene Einrichtungen müssen sich jedoch unter noch nicht finalisierten Richtlinien neu um Fördergelder bewerben.

Kritik kommt von mehreren Seiten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor direkten Nachteilen für Schulen und pädagogische Arbeit. Oppositionsparteien und Trägerorganisationen teilen diese Bedenken und prognostizieren den Zusammenbruch bewährter Strukturen. Gleichzeitig begrüßt die rechtspopulistische AfD die Änderungen.

Die Reform zwingt Einrichtungen wie das Anne-Frank-Bildungszentrum, sich unter unklaren Bedingungen neu um Mittel zu bewerben. Ohne institutionelle Absicherung jenseits des Bundesprogramms steht ihr Fortbestand – und der ähnlicher Initiativen – auf dem Spiel. Die Prioritätenverschiebung des Ministeriums wird die politische Bildung in Deutschland prägen, doch die unmittelbaren Folgen bleiben ungewiss.

Quelle