09 May 2026, 07:01

Bundesweite Razzien gegen Neonazi-Netzwerke: Wie Eltern ihre Kinder schützen können

Plakat mit fettem schwarzem Text, der "Rape Ain't Right: Sexual Assault is a Serious Issue" auf einem weißen Hintergrund mit schwarzem Rahmen darstellt.

Bundesweite Razzien gegen Neonazi-Netzwerke: Wie Eltern ihre Kinder schützen können

Behörden zeigen sich besorgt über den wachsenden Einfluss rechtsextremer Ideologien unter Jugendlichen. Diese Woche führten Polizei und Bundesanwaltschaft in ganz Deutschland Razzien durch, die sich gegen mutmaßliche neonazistische Gruppen richteten. Experten raten Eltern nun, wachsam zu bleiben und sich offen mit ihren Kindern über extremistische Überzeugungen auszutauschen.

Am Dienstag durchsuchten Beamte Wohnungen und Gebäude, die mit neun mutmaßlichen Mitgliedern rechtsextremer Netzwerke in Berlin und Brandenburg in Verbindung stehen. Die Aktion war Teil einer bundesweiten Großrazzia gegen Neonazi-Gruppierungen.

Markus Klein, Geschäftsführer des Brandenburger Demos-Instituts, warnte, dass Jugendliche Anzeichen von Radikalisierung durch Verhaltensänderungen zeigen könnten. Dazu gehörten die Verwendung entmenschlichender Parolen, rechtsextremer Codes oder Symbole wie die „White-Power“-Geste. Auch ein Wechsel des Freundeskreises oder der Musikvorlieben könne auf eine Verstrickung in extremistische Szenen hindeuten.

Klein betonte, dass Gleichaltrigengruppen bei der Radikalisierung eine ebenso große Rolle spielten wie soziale Medien. Er riet Eltern, den Ansichten ihrer Kinder zunächst zuzuhören, ohne sie sofort abzulehnen. Maica Vierkant, Leiterin des Brandenburger Aktionsbündnisses, unterstützte diesen Ansatz und plädierte für offene Gespräche ohne Vorwürfe.

Das Demos-Institut betreibt einen Beratungsdienst für „Ausstieg, Distanzierung und Angehörigenberatung“ (ADA) für Menschen, die sich aus der rechtsextremen Szene lösen wollen. Klein wies darauf hin, dass alle vier Berater der Einrichtung derzeit vollständig ausgelastet seien – ein Zeichen für den hohen Bedarf an Unterstützung. Der Dienst bietet schnelle, niedrigschwellige Hilfe an, mit zeitnahen Rückrufen für Ratsuchende.

Vierkant forderte zudem eine bessere Medienkompetenz unter Jugendlichen. Sie argumentierte, dass kritisches Denken helfen könne, die Verbreitung rechtsextremer Inhalte im Internet einzudämmen.

Die jüngsten Razzien unterstreichen die anhaltende Gefahr rechtsextremer Radikalisierung unter Jugendlichen. Beratungsstellen sind weiterhin stark nachgefragt und bieten Familien die Möglichkeit, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen. Die Behörden setzen weiterhin auf Aufklärung und Dialog als zentrale Präventionsinstrumente.

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