Brandenburgs Jugendliche rutschen immer tiefer in rechtsextreme Gewalt ab
Alex FlantzBrandenburgs Jugendliche rutschen immer tiefer in rechtsextreme Gewalt ab
Brandenburgs Behörden schlagen Alarm: Rechtsextreme Gewalt unter Jugendlichen nimmt dramatisch zu
Die Behörden in Brandenburg warnen vor einem besorgniserregenden Anstieg rechtsextremer Gewalt unter jungen Menschen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht eine zunehmende Verstrickung von Jugendlichen in extremistische Aktivitäten – die Vorfälle würden dabei immer brutaler. Nun mehren sich die Forderungen nach schärferen Maßnahmen, darunter die Senkung des Strafmündigkeitsalters von 14 auf 12 Jahre.
Allein im Jahr 2021 registrierte Brandenburg 145 rechtsextreme Gewalttaten – ein Anstieg um 28,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. GdP-Landesvorsitzende Anita Kirsten betonte die Notwendigkeit eines geschlossenen Vorgehens von Polizei, Politik und Gesellschaft. Gleichzeitig forderte sie mehr Prävention, etwa durch eine stärkere Polizeipräsenzen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe und Behörden.
Rechtsextreme Gruppen werben gezielt unter Jugendlichen mit maßgeschneiderter Propaganda und ziehen so immer mehr junge Menschen in Gegenproteste und gewalttätige Auseinandersetzungen hinein. Wie Brandenburgs Polizepräsident Oliver Stepien feststellte, werden die Täterinnen und Täter nicht nur jünger, sondern sind auch digital besser vernetzt und zunehmend aggressiver. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht die Frage, ob 12- und 13-Jährige bereits in der Lage sind, die Konsequenzen ihres Handelns vollumfänglich zu begreifen.
Innenminister Jan Redmann (CDU) setzt sich dafür ein, die Strafmündigkeit auf 12 Jahre herabzusetzen. Sein Argument: Das Jugendstrafrecht müsse bereits bei jüngeren Straftätern erzieherische Maßnahmen ergreifen können. Unterstützung erhält er dabei von der GdP, die warnt, dass die Hemmschwelle für Gewalt bei rechtsextremen Jugendlichen weiter sinke.
Die geplante Reform würde es den Behörden ermöglichen, früher einzugreifen, wenn junge Menschen straffällig werden. Sollte die Neuregelung umgesetzt werden, könnte sie die Herangehensweise an jugendliche Straftäter in Brandenburg grundlegend verändern. Im Fokus bleibt dabei die Balance zwischen notwendiger Konsequenz und präventiven Maßnahmen, um dem wachsenden Extremismus entgegenzuwirken.






