Berliner Kultursenatorin tritt nach Millionen-Skandal um Antisemitismus-Gelder zurück
Nadeschda PärtzeltBerliner Kultursenatorin tritt nach Millionen-Skandal um Antisemitismus-Gelder zurück
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson tritt nach vernichtendem Bericht über veruntreute Gelder zurück
Die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist nach einem vernichtenden Prüfbericht über die zweckentfremdete Verwendung öffentlicher Mittel von ihrem Amt zurückgetreten. Wie der Rechnungshof aufdeckte, waren Millionenbeträge, die eigentlich für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus vorgesehen waren, rechtswidrig vergeben worden. Ihr Rücktritt hat eine politische Debatte über Verantwortung und den Umgang der Stadt mit dem Skandal ausgelöst.
Der Streit begann, als der Berliner Rechnungshof unter Wedl-Wilsons Führung unrechtmäßige Mittelvergaben aufdeckte. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass öffentliche Gelder, die für Antisemitismus-Initiativen bestimmt waren, ohne ausreichende Begründung ausgegeben worden waren. Daraufhin kündigte die Senatorin ihren Rücktritt an und übernahm die volle Verantwortung für die Versäumnisse.
Ottilie Klein, Generalsekretärin der Berliner CDU, unterstützte Wedl-Wilsons Entscheidung öffentlich. Sie bezeichnete den Rücktritt als Akt der Verantwortungsübernahme und äußerte "großen Respekt" für diesen Schritt. Gleichzeitig wies Klein Kritik von Oppositionspolitikern und dem SPD-Mann Steffen Krach zurück und nannte deren Angriffe "Wahlkampfgeklapper" und ein "durchsichtiges Manöver".
Krach, der 2021 aus der Berliner Regierung ausschied und heute als Regierungspräsident in Hannover amtiert, hatte die Handhabung des Skandals infrage gestellt. Klein lehnte jedoch Versuche ab, den regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in die Kritik einzubeziehen, und betonte, der Fokus müsse auf der Bekämpfung von Antisemitismus liegen. Zudem bestritt sie jede Zerrüttung mit dem Koalitionspartner SPD und stellte klar, dass Krach in der Landespolitik nicht mehr für die Partei spreche.
Die Folgen des Skandals haben die Forderungen nach strengeren Kontrollen bei der Vergabe öffentlicher Mittel verschärft. Dennoch mahnte Klein, die Angelegenheit nicht zu einer parteipolitischen Auseinandersetzung werden zu lassen, und unterstrich die Notwendigkeit eines geschlossenen Vorgehens gegen Antisemitismus.
Mit Wedl-Wilsons Rücktritt steht die Berliner Kulturverwaltung vor einem Übergang. Die Erkenntnisse des Rechnungshofs werden voraussichtlich zu schärferen Regelungen bei künftigen Fördermittelvergaben führen. Unterdessen diskutieren politische Führungskräfte weiter darüber, wie Transparenz und Wirksamkeit in der Antisemitismusprävention sichergestellt werden können.






