Bauwirtschaft 2026: Wachstum im Tiefbau, aber Materialkosten explodieren
Brit PutzBauwirtschaft 2026: Wachstum im Tiefbau, aber Materialkosten explodieren
Deutscher Bausektor zeigt gemischte Trends zu Beginn des Jahres 2026
Zu Beginn des Jahres 2026 präsentiert sich die deutsche Bauwirtschaft mit uneinheitlichen Entwicklungen: Während einige Bereiche wachsen, kämpfen andere mit steigenden Kosten und stagnierenden Umsätzen. Branchenvertreter fordern schnellere Maßnahmen bei Infrastrukturprojekten und Genehmigungsverfahren.
Der Tiefbau verzeichnete das stärkste Umsatzwachstum unter den drei Hauptsegmenten der Branche. Im öffentlichen Bau stiegen die Erlöse im April um 5,3 Prozent, nachdem staatliche Auftraggeber 2,2 Prozent mehr Verträge als im März vergeben hatten. Auch der Gewerbe- und Industriebau trug zum Wachstum bei: Hier erhöhten sich die nominalen Umsätze um 6,8 Prozent, während die Auftragseingänge um 2,6 Prozent zunahmen. Der Wohnungsbau war das einzige Segment mit positiven Entwicklungen sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Neuaufträgen – im April stiegen diese im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 bzw. 8,9 Prozent.
Insgesamt legten die Neuaufträge im Bausektor in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Die kumulierten Umsätze von Januar bis April blieben jedoch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Steigende Materialkosten verschärfen die Lage: Allein der Preis für Bitumen kletterte im Mai um 31,2 Prozent – eine Folge der Spannungen in der Straße von Hormus. Auch Holz, Metalle, mineralische Baustoffe und Transportbeton wurden deutlich teurer, was Unternehmen in allen Sparten belastet.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, betonte die Dringlichkeit, die bereitgestellten Infrastrukturmittel zügiger abzurufen. Zudem forderte er beschleunigte Genehmigungsverfahren, um die Branche in der aktuellen Krise zu unterstützen.
Während der Wohnungs- und Tiefbau weiterhin robuste Zahlen vorweisen, bleiben die gesamten Umsätze stabil und die explodierenden Materialkosten stellen erhebliche Herausforderungen dar. Die Branche setzt nun auf politische Weichenstellungen, um Wachstum und Stabilität zu sichern.
