Asylverfahren in Deutschland: Warum Syrer und Türken jetzt dreimal länger warten müssen
Adem SeidelGeringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylverfahren in Deutschland: Warum Syrer und Türken jetzt dreimal länger warten müssen
Asylverfahren in Deutschland dauern deutlich länger – Syrier und Türken besonders betroffen
Die Bearbeitungszeiten von Asylanträgen in Deutschland haben sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verlängert. Neue Zahlen zeigen, dass Syrier und Türken inzwischen deutlich länger in Erstaufnahmeeinrichtungen verbringen als noch vor kurzem. Gleichzeitig ist die Zahl der Asylbewerber in Hessen stark zurückgegangen – von fast 15.000 auf unter 8.000 innerhalb eines einzigen Jahres.
Die aktuellen Daten bestätigen zudem einen anhaltenden Trend: Nur sehr wenige Asylsuchende stammen aus Ländern, die Deutschland als "sicher" einstuft.
Im Jahr 2023 verbrachten syrische Schutzsuchende durchschnittlich 66 Tage in Erstaufnahmeeinrichtungen. Bis 2025 hatte sich dieser Zeitraum auf 197 Tage fast verdreifacht. Für türkische Antragsteller verlängerten sich die Aufenthalte noch stärker – von 63 auf 226 Tage im gleichen Zeitraum. Nach deutschem Recht sind solche Aufenthalte normalerweise auf 18 Monate begrenzt, in Ausnahmefällen können jedoch Verlängerungen genehmigt werden.
In Hessen haben sich die Asylzahlen deutlich verändert. Im vergangenen Jahr registrierte das Bundesland knapp 8.000 Antragsteller – ein deutlicher Rückgang gegenüber den rund 15.000 des Vorjahres. Trotz dieses Rückgangs blieb der Anteil der Menschen aus "sicheren Herkunftsstaaten" verschwindend gering. Kein einziges dieser Länder machte auch nur ein Prozent der in Hessen zugewiesenen Asylfälle aus.
Aktuell führt Deutschland zehn Staaten als "sichere Herkunftsländer": Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Moldau, Senegal und Serbien. Der geringe Anteil an Antragstellern aus diesen Ländern hält seit drei Jahren stabil an.
Die verlängerten Aufenthalte in den Erstaufnahmeeinrichtungen deuten auf eine zunehmende Belastung des deutschen Asylsystems hin. Syrier und Türken erleben nun Verzögerungen, die weit über den bisherigen Durchschnitt hinausgehen. Gleichzeitig deutet der Rückgang der Anträge in Hessen auf größere Verschiebungen in den Migrationsbewegungen hin – ohne dass sich der Anteil der Menschen aus den als "sicher" eingestuften Ländern nennenswert verändert hätte.
Asylverfahren in Germany now average 12.2 months – Syrians face 14.1-month delays
New data reveals asylum processing times in Germany have reached record levels. The average decision now takes 12.2 months, with final unchallengeable decisions averaging 18.4 months. Syrians face particularly long waits at 14.1 months, while Nigeria and Iran applicants endure 20.4 and 17.7 months respectively. These figures far exceed the EU's six-month guideline, with nearly half of all cases surpassing this threshold.






