ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Denis Scheck
Der deutsche Rundfunksender ARD hat seine langjährige Literatursendung Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus in Schutz genommen, die sich gegen Moderator Denis Scheck richten. Die Debatte entbrannte, nachdem Autorinnen seine scharfe, mitunter drastische Kritikmethode anprangerten – insbesondere seine Gewohnheit, Bücher, die ihm nicht gefallen, während der Sendung durch eine Rutsche in den Müll zu befördern. ARD betont, das Format stehe für Gleichberechtigung und lehne frauenfeindliche Inhalte entschieden ab.
Seit 23 Jahren moderiert Scheck Druckfrisch und ist für seine ungeschminkten, aber zugänglichen Buchbesprechungen bekannt. Sein Markenzeichen: In der Rubrik "Top Ten" lässt er verrissene Werke demonstrativ durch eine Rutsche in einen Abfalleimer gleiten. Doch genau diese Praxis sorgt nun für Widerstand – vor allem bei Schriftstellerinnen.
Die Autorin Sophie Passmann warf Scheck nach einer Rezension ihres Werks Sexismus vor. Auch Ildikó von Kürthy reagierte mit einem Essay auf seine abwertende Kritik an ihrem Schaffen. Die renommierte Literaturkritikerin Elke Heidenreich schloss sich der Diskussion an und hinterfragte sowohl Schecks Methoden als auch die Rolle des ARD, die diese erst ermöglicht.
Der Sender wies die Vorwürfe zurück und erklärte, das Geschlecht eines Autors oder einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. Druckfrisch fördere bewusst vielfältige Stimmen und distanziere sich ausdrücklich von Frauenfeindlichkeit. In der jüngsten Ausgabe lobte Scheck sogar mehr Bücher von Frauen, als er kritisierte – ein Punkt, den ARD in seiner Stellungnahme besonders hervorhob.
Die Kontroverse hat Druckfrisch in die Kritik gerückt, doch der Sender hält unbeirrt an der Sendung fest. Man betone weiterhin, dass das Programm für Gleichberechtigung und eine breite Perspektivenvielfalt stehe. Ob Schecks Zukunft in der Sendung gefährdet ist, ließ ARD in seinen aktuellen Äußerungen offen.






