22 March 2026, 10:29

Apothekensterben in Deutschland: Warum jede fünfte Filiale seit 2013 verschwand

Eine große Gruppe von Menschen in einem Flughafen, einige sitzen mit Taschen und Papieren, andere stehen, mit Hintergrundtafeln, Schaufensterpuppen in Kleidern und Deckenleuchten, was auf eine Demonstration hindeutet.

Apotheken-Protest: Notdienst statt regulärer Öffnung am Montag - Apothekensterben in Deutschland: Warum jede fünfte Filiale seit 2013 verschwand

Apotheken in ganz Deutschland schließen in alarmierendem Tempo – fast jede fünfte verschwand in den letzten zwölf Jahren. Am Montag werden zahlreiche Apotheken in Brandenburg ihre Türen aus Protest gegen stagnierende Vergütungen und explodierende Kosten schließen. Gesundheitsminister René Wilke bestätigte, dass der Notdienst während des Streiks aufrechterhalten bleibt.

Der Rückgang der Apotheken verläuft seit Jahren dramatisch und ungebremst. Gab es 2013 noch 20.662 Apotheken in Deutschland, sank ihre Zahl bis Ende 2025 auf 16.601. Allein Brandenburg verlor seit 2013 insgesamt 54 Standorte – die Zahl schrumpfte von 580 auf 526.

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Als Hauptgrund für die finanzielle Belastung nennen Apotheker die seit 13 Jahren eingefrorene Abgabegebühr pro Packung, die bei 8,35 Euro liegt. Gleichzeitig stiegen die Personal- und Materialkosten um etwa 65 Prozent. Zwar sieht der Koalitionsvertrag eine Erhöhung der Gebühr auf 9,50 Euro vor, doch ein konkreter Termin für die Umsetzung steht noch aus.

Angesichts stark gestiegener Lebenshaltungskosten argumentieren Apotheker, dass die aktuelle Vergütung ihre Ausgaben längst nicht mehr deckt. Die letzte Anpassung ihrer Bezahlung liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück – viele kämpfen mittlerweile ums Überleben ihrer Betriebe.

Beim Protest am Montag bleiben in Brandenburg zahlreiche Apotheken geschlossen, während der Notdienst aufrechterhalten wird. Die Branche warnt: Ohne höhere Gebühren werde es weitere Schließungen geben. Die von der Regierung geplante Erhöhung der Abgabegebühr ist bisher nicht in Kraft getreten – die Zukunft bleibt für viele ungewiss.

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