02 April 2026, 08:34

AfD zerrissen: Streit um NATO, Russland und "Remigration" spaltet die Partei

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

AfD zerrissen: Streit um NATO, Russland und "Remigration" spaltet die Partei

Tiefe interne Spaltungen in der AfD: Streit um Verteidigungspolitik, Bündnisse und Migration

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Die rechtspopulistische AfD steht vor tiefgreifenden inneren Konflikten in Fragen der Verteidigungspolitik, ausländischen Bündnisse und Migrationspolitik. Aktuelle Auseinandersetzungen offenbaren die Gräben zwischen westlich orientierten Kräften und jenen, die eine härtere Linie gegenüber der NATO, den USA und Russland fordern. Die Streitigkeiten gipfelten sogar in öffentlichen Meinungsverschiedenheiten darüber, ob Deutschland überhaupt verteidigenswert sei.

Die jüngsten Spannungen begannen, als der prominente AfD-Politiker Björn Höcke erklärte, Deutschland in seiner heutigen Form sei "nicht verteidigenswert". Seine Äußerungen fielen während einer Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der Partei, widersprach dieser Haltung vehement und betonte seine Unterstützung für die westlichen Bündnisse Deutschlands. Russland bezeichnete er als die "größte Bedrohung für die NATO". Lucassen wirft Höckes prorussischem Flügel seitdem vor, ihn aus seiner Position verdrängen zu wollen.

Auch in der Migrationspolitik zeigt sich die Zerrissenheit der AfD. Der umstrittene "Remigrations"-PlanvonMartin Sellner, der selbst deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund erfassen könnte, wurde vomBundesverwaltungsgerichtals "verfassungswidrig" und "Verstoß gegen die Menschenwürde" eingestuft.Maximilian Krah*, AfD-Bundestagsabgeordneter, forderte die Partei auf, Sellners Konzept sowie jede völkische Ideologie, die eingebürgerte Bürger diskriminiere, ausdrücklich abzulehnen. Krah warnte zudem, dass die harte Linie der AfD in der Migrationspolitik und ihre Ablehnung des US-Bündnisses die Chancen auf eine Regierungsbeteiligung 2029 zunichtemachen könnten.

In der Außenpolitik vertiefen sich die Gegensätze. Im April 2026 forderte der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla den Abzug aller US-Truppen aus Deutschland – ein Vorstoß, der von Parteimitgliedern in Löbau (Sachsen) unterstützt wurde. Krah widersprach öffentlich und argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner". Die schwankende Haltung der AfD – von prorussischen Positionen zu pro-Trump-Sympathien und nun zunehmender Distanz zu den USA – sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck hatte während des Iran-Konflikts eine pramerikanische Erklärung ausgearbeitet, doch die Parteispitze um Alice Weidel und Chrupalla verhinderte deren Veröffentlichung.

Seit ihrer Gründung 2013 hat sich die AfD von anfangs NATO-freundlichen Standpunkten hin zu wachsender USA- und NATO-Skepsis entwickelt. Während Figuren wie Krah und Gnauck einst westliche Bindungen befürworteten, tendiert die Partei heute zum Isolationismus – mit Forderungen nach einem Austritt aus dem NATO-Nuklearteilungsprogramm und einer Verringerung des US-Einflusses.

Die inneren Konflikte der AfD spiegeln den Kampf zwischen ihrem westlich-liberalen und ihrem nationalistischen Flügel wider. Gerichtsurteile gegen "Remigrations"-Pläne* und Streitigkeiten über die NATO-Bindung deuten darauf hin, dass die Partei auf rechtliche und politische Hindernisse stoßen könnte. Wie sich diese Spaltungen entwickeln, wird ihre zukünftige Rolle in der deutschen Politik prägen.

Quelle